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Title
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Letter to Fritz Neumark
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Date
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1954
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Date in document
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yes
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Formulas or calculations
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no
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Inventory number
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NL-RtEUR_TBCOR01_022N003
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7734
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Storage location
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Specifiek Magazijn
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Filename
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CDM7734_NL-RtEUR_TBCOR01_022N003.pdf
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Provenance
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Jan Tinbergen
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Accrual Method
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donation
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Rights
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Revised transcript
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en
1050 II St/Vos November 30, 4
[Job]
Professor Dr. F. Neumark, Mertonstrasse 17, Frankfurt a/M
Dear Colleague Neumark,
I thank you for the kindness of sending me a copy of the diploma thesis of your student Mr. SAMBACH.
The treatise demonstrates a commendable and thorough knowledge of domestic and foreign literature and a logical and synthetic processing. In my opinion, it is a quite well-executed diploma thesis.
I am happy to grant your request to make some critical remarks. I have to apologize for the delay in this reply; it is explained by the overwork of my staff. The remarks were formulated by my colleague Mr. Th. Stevers.
The author claims (p. 67) that national accounting with the organic inclusion of the wealth stock account is necessary. It would have been interesting to learn why he prefers national bookkeeping with wealth stock accounts to one with wealth change accounts. Basically, in the first case, every item for every aggregate is booked twice (i.e., four times in total), while in the second case, every item for every aggregate is booked once (i.e., twice in total). From this, it follows that the wealth account shows the wealth stock in the first case and the wealth change in the second case.
Mr. Sambach correctly explains (p. 53), however, that the methods of balance sheet analysis used in private enterprise must not be applied to public wealth balance sheets, so that in the case of the state, the share of external and internal funds in the total liabilities should be assessed in a different way. For what reasons does the author attach importance to the knowledge of the size and composition of state wealth?
2.
The internal control provided by private-sector double-entry bookkeeping with only wealth change accounts also results from national bookkeeping with only wealth change accounts, since here every booking of every item is unique for every aggregate, but every item is always booked for two aggregates (once) and it is therefore a "double" one in this sense. The impact of the state on the economy also results quite well from national bookkeeping with exclusively wealth change accounts.
The author conceptually derives the wealth balance sheet of an economy by summing the accounts of wealth changes of all previous periods. As accounts of a closed economy, he presents the production account, the income account, state administration, households, and wealth change. With regard to its purpose, the system of the "Centraal Plan Bureau" might have been clearer and less complicated. For this, it would have been sufficient if he had only included the accounts: state administration, enterprises, and consumer households. This system is more transparent, whereby the emergence of the wealth change account is clearer.
He correctly concludes that the account of wealth changes corresponds to the equation I = S. Naturally, the wealth stock account derived from the wealth change accounts contains exclusively investment goods. Initially (p. 10), the author also does this. However, he is not consistent when, in the division of this wealth account into balance sheets of the private sector, the state, and the central bank, he lists consumer goods on the first two (p. 14).
Mr. Sambach discusses that through the issuance of banknotes by the central bank, a hole arises in the central bank's wealth balance sheet to which no asset item corresponds as cover (p. 11). This misjudges the nature of money creation because, in general, an asset item arises, either a claim or a material possession. The case that S. probably has in mind is perhaps the hole that arises when an existing asset item loses its value or perishes. However, this is completely independent of money creation and not specific to the central bank and can occur just as much with the state, with the enterprise as with consumer households.
On page 10, S. discusses that the night-watchman state only has consumption expenditures. It seems more responsible to me to view the state as a producer of collective services, which services are consumed upon delivery, whereby state expenditures for buildings and the like can be seen as investments.
3.
I thank you once again for sending the work, which I am now returning by the same mail.
With the expression of excellent high esteem and with best regards, I am yours very sincerely,
(J. Tinbergen)
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de
1050 II St/Vos den 30. November 4
[Job]
Herrn Professor Dr F. Neumark, Mertonstrasse 17, Frankfurt a/M
Sehr geehrter Herr Kollege Neumark,
Ich danke Ihnen für die Freundlichkeit mir ein Exemplar der Diplomarbeit Ihres Schülers Herrn SAMBACHS zuzusenden.
Die Abhandlung bekundet eine lobenswerte und gründliche Kenntnisnahme der inländischen und ausländischen Literatur und eine logische und synthetische Verarbeitung. Meines Erachtens ist sie eine ganz gut gelungene Diplomarbeit.
Gerne gewähre ich Ihre Bitte einige kritischen Bemerkungen zu machen. Ich habe mich für die Verzögerung in dieser Antwort zu entschuldigen; sie erklärt sich aus der Überbelastung meiner Mitarbeiter. Die Bemerkungen wurden von meinem Mitarbeiter Herrn Th. Stevers formuliert.
Der Verfasser behauptet (S.67), die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung mit organischer Einbeziehung der Vermögensbestandsrechnung sei notwendig. Es wäre interessant gewesen zu lernen warum er eine Nationalbuchführung mit Vermögensbestandsrechnungen einer mit Vermögensveränderungskonten vorzieht. Grundsätzlich wird im ersten Falle jeder Posten für jedes Aggregat zwei Mal gebucht (also vier Mal insgesamt), während im zweiten Falle jeder Posten für jedes Aggregat ein Mal gebucht wird (also zwei Mal insgesamt). Hieraus geht hervor dass die Vermögensrechnung im ersten Falle den Vermögensbestand und im zweiten Falle die Vermögensveränderung zeigt.
Herr Sambach erklärt aber zurecht (S.53) dass die privatwirtschaftlichen Methoden der Bilanzanalyse nicht auf die öffentlichen Vermögensbilanzen angewendet werden dürfen, sodass beim Staat der Anteil der fremden und eigenen Mittel an den gesamten Passiven auf andere Weise beurteilt werden soll. Aus welchen Gründen legt der Verfasser Wert auf die Kenntnis der Grösse und Zusammensetzung des staatlichen Vermögens?
2.
Die Innerkontrolle die die privatwirtschaftliche doppelte Buchführung mit lediglich Vermögensveränderungskonten gibt, ergibt sich auch aus der nationalen Buchführung mit lediglich Vermögensveränderungskonten, da hier jede Buchung jedes Postens zwar für jedes Aggregat einzig ist, jeder Posten aber immer für zwei Aggregate (einmal) gebucht wird und sie also in diesem Sinne eine "doppelte" ist. Auch die Einwirkung des Staates auf die Volkswirtschaft ergibt sich ganz gut aus einer nationalen Buchführung mit ausschliesslich Vermögensveränderungskonten.
Der Verfasser leitet gedanklich die Vermögensbilanz einer Volkswirtschaft ab durch Summierung der Rechnungen der Vermögensveränderungen sämtlicher vorausgegangenen Perioden. Als Rechnungen einer geschlossenen Volkswirtschaft führt er vor, das Produktionskonto, das Einkommenskonto, staatliche Administration, Haushalte und Vermögensveränderung. Im Hinblick auf sein Zweck wäre vielleicht das System des "Centraal Plan Bureau" deutlicher und weniger kompliziert gewesen. Dazu hätte es genügt wenn er nur die Rechnungen: staatliche Administration, Unternehmungen und Konsumhaushalte einbezogen hätte. Dieses System ist durchsichtlicher wobei das Entstehen des Vermögensveränderungskontos sich klarer ergibt.
Er schliesst zurecht dass die Rechnung der Vermögensveränderungen der Gleichung I = S entspricht. Selbstverständlich enthält die aus der Vermögensveränderungsrechnungen abgeleitete Vermögensbestandsrechnung ausschliesslich Investitionsgüter. Anfangs (S.10) macht das auch der Verfasser. Er ist aber nicht folgerichtig wann er bei der Teilung dieser Vermögensrechnung in Bilanzen des privaten Sektors, des Staates und der Zentralbank auf die ersten zwei die Konsumgüter aufführt (S.14).
Herr Sambach erörtert dass durch Banknotenausgabe von der Zentralbank in der Vermögensbilanz der Notenbank ein Loch entstehe dem kein Aktivposten als Deckung entspreche (S.11). Dies verkennt das Wesen der Geldschöpfung weil hierbei im Allgemeinen ein Aktivposten entsteht, entweder eine Forderung oder ein materieller Besitz. Der Fall, der S. wahrscheinlich vorschwebt ist vielleicht das Loch das entsteht wenn ein bestehender Aktivposten seinen Wert verliert oder zugrunde geht. Dies ist aber ganz unabhängig von Geldschöpfung und nicht spezifisch für die Zentralbank und kann ebensosehr beim Staat, bei der Unternehmung wie bei Konsumhaushalten vorkommen.
Auf Seite 10 erörtert S. dass der Nachtwächterstaat lediglich Konsumausgaben habe. Es kommt mir mehr verantwortet vor den Staat als einen Produzenten kollektiver Diensten anzusehen welche Dienste bei Ablieferung konsumiert werden wodurch die staatlichen Ausgaben für Gebäude u.dgl. als Investitionen gesehen werden können.
3.
Gerne danke ich Ihnen abermals für die Zusendung der Arbeit die ich mit gleicher Post jetzt wieder zurücksende.
Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung und mit besten Grüssen bin ich Ihr sehr ergebener,
(J. Tinbergen)